Lawinenseminar 2010

Bericht über das Praktikum am 15. Januar 2011
Letzte Vorbereitungen im Jaufenhaus
Eintreffen der ersten Teilnehmer
Einteilung der Übungsgruppen
Andrang beim Registrieren der Teilnehmer
Erklärung der Übungsstationen
Kurzvortrag von Franz Kröll
Station Tiroler Lawinenwarndienst: Patrick Nairz
Station Tiroler Lawinenwarndienst: Rudi Mair
Station der Bergrettung: Erste Hilfe
Erste Hilfe Training
"Unfallprävention und Möglichkeit zur Selbsthilfe"
Dies waren wieder die obersten Ziele, die wir uns für das Praktikum des Lawinenseminars am Jaufen gesteckt hatten.

1.) Es sollte Wissen vermittelt werden, welches es ermöglicht das Risiko einen Lawinenunfall zu erleiden, minimiert.

2.) Es sollten Verhaltensweisen trainiert werden, welche die negativen Folgen eines Lawinenunfalls minimieren.

Nach der Registrierung der Teilnehmer und der Einteilung in Übungsgruppen, wurde das Praktikum mit einer kurzen theoretischen Einführung in die Funktionsweise und Verwendung von LVS-Geräten begonnen. Dieser Kurzvortrag wurde von Franz Kröll, dem Experten von Ortovox, gehalten.

Gleich anschließend begaben sich die fast 90 Teilnehmer, welche aus allen Teilen des Landes angereist waren, ins Gelände. Im Rotationsverfahren erhielten sie an vier verschiedenen Stationen Informationen und absolvierten praktische Übungen. Die Stationen waren in folgenden Schwerpunktthemen gegliedert:

A - LVS-Suche
B - Kameradenrettung
C - Erste Hilfe
D - Lawinenkunde


LVS-Suche (Betreuung: Ortovox und Bergrettung)

An dieser Station ging es in erster Linie um das praktische Training mit dem Suchgerät. Zu diesem Zweck wurden von Ortovox genügend Lawinenverschüttetensuchgeräte zur Verfügung gestellt oder es konnte mit dem eigenen Gerät geübt werden. Den Teilnehmern wurde beigebracht, den Suchablauf in 3 Fasen einzuteilen: Grobsuche, Feinsuche, Punktortung.

Nach einer generellen Einführung und Demonstration wurde in Kleingruppen geübt.
- Grobsuche: bis zum ersten akustischen oder optischen Empfang eines verschüttenen LVS.
- Feinsuche: die zielgerichtete schnelle Näherung bis auf wenige Meter an den Verschüttungsort.
- Punktortung: das Feststellen des exakten Verschüttungsortes und Treffen des Verschüttenten mit der Sonde.


Kameradenrettung (Betreuung: Bergrettung)

Bei dieser Station wurde darüber gesprochen, was bei einer Tourenplanung berücksichtigt werden muss. Wichtig sind dabei neben anderen Dingen:
- Lawinenlagebericht
- Wetter (bereits Tage/Wochen vorher)
- Kartenstudium
- beste Notrufnummer und Notruf mit Handy (bei entfernter SIM-Karte)
Weiters wurden Tips für das richtige Verhalten bei einem Lawinenabgang für die von der Lawine Erfassten und die Beobachter/Kameradenretter gegeben.

Im praktischen Teil wurde der Schwerpunkt auf das 'richtige' Schaufeln gelegt. Die Suche und das Finden mit LVS und Sonde ist in der Regel nach wenigen Minuten erledigt. Das Erreichen des Verschütteten im Schnee dauert jedoch um ein Vielfaches länger. Mit einer durchdachten koordinierten Schaufeltechnik gewinnt man hier lebensrettende Zeit.
Abschliessend konnten alle Teilnehmer ein Gefühl dafür bekommen, wie sich verschiedene Gegenstände/Materialien beim Treffen mit der Sonde anfühlen.


Erste Hilfe (Betreuung: Bergrettung)

Unterschiedliches richtiges Verhalten bei einer Verschüttungsdauer von weniger und von mehr als 35 Minuten, bei Bewußtwein oder bewußtlos oder keinem Kreislauf mehr:
- schnelle Bergung vs. sanfte Bergung
- Wärmeerhalt (Folie + Wärmebeutel)
- Versorgung von Verletzungen
- Grundsätze der HLW (Herz-Lungen-Wiederbelebung)

Weiters wurde gesprochen über
- Zusammhänge zwischen Unterkühlung und Sauerstofferbrauch des Körpers
- welche Ursachen hat der Erstickungstot oder Kreislaufstillstand in der Lawine
- Grundsätze bei der Hubschraubereinweisung


Lawinenkunde - Betreuung: Lawinenwarndienst Tirol

Bei dieser Station wurde von den beiden Profis Dr. Rudi Mair und DI Patrick Nairz in der Praxis gezeigt, worüber sie bereits am Seminarabend referiert hatten.
Sie gaben viele praktische Tipps zu folgenden Themen: Schneedeckenaufbau, Entstehung der unterschiedlichen Schneeschichten, Erkennen von Schwachschichten, Mechanismen der Lawinenbildung, Stabilitätstests, welche Hangexpositionen wann gefährlich sind und woran man dies erkennt, sowie der Einfluss des Wetters auf die Schneedecke.
Weiters wurde über die richtige Tourenausrüstung gesprochen.
Im praktischen Teil wurden Schneeprofile zur Beurteilung der Schneedecke geschaufelt.


Einen Eindruck über den Verlauf des praktischen Trainings geben auch die Bilder.

Noch mehr Informationen über den Erfolg des Lawinenseminars der Bergrettung Sterzing gibt es auf der Seite mit dem Bericht über den Seminarabend im Stadttheater von Sterzing.

Die Sicherheitsausrüstung: LVS, Sonde und Schaufel Einführung in die Funktionsweise des LVS Übung mit dem LVS Individuelle Betreuung beim LVS-Training
Effiziente Punktortung (Auskreuzen) Gelände der Übungsstation LVS Station der Bergrettung: Kameradenrettung Richtige Tourenplanung und Verhalten beim Lawinenunfall
Unter Zeitdruck einen Verschütteten bergen Richtige Schaufeltechnik Nachbesprechung der Bergeaktion Sondieren auf verschiedene Objekte
Erahnen worauf die Sonden treffen Sondieren auf verschiedene Objekte Aufräumen nach den praktischen Übungen Abschließende Worte